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Nachwuchs bei den Streifenwieseln im Tiergarten
 Dagmar Fröhlich / Tiergarten Stadt Nürnberg Die Mutter hat sich von Beginn an fürsorglich und aktiv um den Nachwuchs gekümmert. Hier ist sie beim Säugen der Jungtiere Mitte März zu sehen. Dagmar Fröhlich / Tiergarten Stadt Nürnberg Nach einigen Wochen bildete sich die typische schwarz-weiße Zeichnung der Jungtiere heraus. Hier ein Foto von Mitte April. Auf den ersten Blick ähneln Streifenwiesel damit den Stinktieren, mit denen sie jedoch

Sie sind schwarz-weiß gestreift, ein bisschen frech und eine kleine Sensation: Die Libyschen Streifenwiesel (Ictonyx libycus) im Tiergarten der Stadt Nürnberg ziehen bereits das zweite Jahr in Folge erfolgreich Jungtiere groß. 2023 gelang dem Tiergarten die Erstzucht bei der nur selten in Zoos gehaltenen Art. Innerhalb Europas leben sie aktuell nur in einem weiteren Zoo, im Biotropica Val de Reuil in Frankreich. Die beiden Tiere dort stammen aus dem letztjährigen Wurf im Tiergarten Nürnberg.


Der Tiergarten hält Streifenwiesel seit 2019. Ihre Anlagen befinden sich im Giraffenhaus und im Außenbereich des Wüstenhauses. Da die Tiere hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv sind, kommen sie tagsüber nur selten aus ihrem beheizten Bau.

 

Die Jungtiere wurden Ende Februar 2024 geboren und lebten in den ersten Wochen gemeinsam mit ihrer Mutter in einer Box im Giraffenhaus. Inzwischen sind die Jungen selbstständig und konnten in separate Boxen umziehen. In den ersten Wochen öffneten die Tierpflegerinnen und Tierpfleger einmal pro Tag die Wurfkiste, um nachzusehen, ob es den Jungen gut geht.

 

Neue Erkenntnisse zur Zucht
„Die Mutter hat sich fürsorglich und aktiv um ihren Nachwuchs gekümmert. Es war eine starke Bindung erkennbar“, sagt die stellvertretende Revierleiterin und Tierpflegerin Dagmar Fröhlich. Da die Art nur selten in Zoos zu finden ist, ist nur wenig über die Haltung und Zucht bekannt. „Wir haben in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse im Umgang mit diesen noch relativ unbekannten Tieren sammeln können. Zum Beispiel haben wir ihnen viele Höhlen als Rückzugsmöglichkeit angeboten, Männchen und Weibchen kurz nach der Geburt getrennt und die Jungtiere herausgenommen, sobald die Paarungszeit wieder beginnt.“ 

Das Besondere in diesem Jahr: Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger haben die Entwicklung der Jungtiere genau dokumentiert und mit Fotos festgehalten. „Unsere Zuchterfolge zeigen, dass sich die Tiere sicher fühlen. Diese Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Tierpflege sind sehr hilfreich für die weitere Haltung der Art, sollte diese einmal als bedroht eingestuft werden, und für den Umgang mit ähnlichen Arten“, sagt Fröhlich.

An Hitze und Trockenheit angepasst
Die kleinen Raubtiere gehören zu den Mardern und sind in Trockengebieten rings um die Sahara weit verbreitet. Streifenwiesel bewohnen sehr heiße Gebiete. Um sich vor der Hitze zu schützen, verbringen sie den Tag in selbstgegrabenen Bauten oder Felshöhlen. Erst in der kühleren Nacht gehen sie auf Jagd. Zur Nahrung der Streifenwiesel gehören neben kleinen Wirbeltieren auch Eier, besonders von bodenbrütenden Vogelarten. 

Durch ihre schwarz-weiße Zeichnung ähneln Streifenwiesel auf den ersten Blick den Stinktieren, mit denen sie jedoch nicht näher verwandt sind. Eines haben sie mit ihnen aber trotzdem gemeinsam: Beide besitzen speziell ausgeprägte Analdrüsen, aus denen sie bei Gefahr ein übelriechendes Sekret spritzen können. 



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