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Neuer Löwe im Tiergarten Nürnberg
Tiergarten Nürnberg / Luisa Rauenbusch Zoo Frankfurt

Der Tiergarten der Stadt Nürnberg hat am Mittwoch, 31. August 2022, auf
Empfehlung des Europäischen Zuchtprogramms EEP (EAZA Ex-situ
Programm) einen neuen männlichen Asiatischen Löwen (Panthera leo
persica) vom Zoo Frankfurt übernommen. Kater Kiron wurde am 14. April
2018 in Frankfurt geboren und ist der Letzte aus einem Wurf von drei
Löwenjungtieren, der den Frankfurter Zoo verlässt. Gemeinsam mit der
Löwin Aarany soll Kiron nun im Tiergarten für Nachwuchs sorgen und
damit zum Erhalt dieser stark gefährdeten Tiere beitragen.

Genau wie Tigerkater Manu, der vergangene Woche in den Tiergarten
kam, darf sich auch Kiron nach der Ankunft in Nürnberg zunächst
eingewöhnen. Das Raubtierhaus bleibt während dieser Phase
geschlossen. Sobald er gut in der neuen Umgebung zurechtkommt, wird
er auch für Besucherinnen und Besucher zu sehen sein. Löwin Aarany
und Tigerin Katinka sind trotz der vorübergehenden Hausschließung in
den Außenanlagen zu sehen.

Löwe Kiron folgt im Tiergarten auf Subali, der im August letzten Jahres im
Alter von 15 Jahren aus tiermedizinischen Gründen eingeschläfert werden
musste. Subali kam 2018 im Rahmen des EEP in den Tiergarten, weil er
mit der Löwin Aarany für Nachwuchs sorgen sollte. Die genetische
Kombination der beiden wäre für das Zuchtprogramm sehr wertvoll
gewesen. Nachdem Subali gestorben war, hat sich der Tiergarten mit der
zuständigen EEP-Koordinatorin in Verbindung gesetzt und darum
gebeten, für den Tiergarten einen neuen Partner für Aarany zu
bestimmen.

 

 


Aarany und Kiron sollen für Löwen-Nachwuchs sorgen


Die Entscheidung, welche Tiere in welchen Zoos für Zuchtvorhaben in
Frage kommen, trifft das EEP auf Basis wissenschaftlicher Kriterien. „Wir
standen mit der EEP-Koordinatorin seit Subalis Tod in engem Austausch,
um möglichst bald ein passendes Männchen für Aarany aus einem
anderen Zoo übernehmen zu können“, sagt Diana Koch, Kuratorin im
Tiergarten Nürnberg. „Löwen sind soziale Großkatzen. Deshalb freuen wir
uns jetzt, dass Aarany wieder Gesellschaft bekommt. Wir hoffen, dass die
beiden gut harmonieren und bestenfalls bald für Nachwuchs sorgen.“

Löwin Aarany wurde am 4. Mai 2016 im Zoo Aalborg in Dänemark

geboren und kam 2018 in den Tiergarten. 

 

 


Zoopopulation entscheidend fürs Überleben der Asiatischen Löwen


Löwen gehören zu den Großraubtieren und erfüllen als solche wichtige
Funktionen in der Natur. Oft fungieren sie als sogenannte Schlussstein-
Arten, die für die Stabilität ganzer Ökosysteme sorgen. Fehlen diese
Arten, kann es zu Kaskadeneffekten kommen, die das komplette System
destabilisieren.

Die Unterart des Asiatischen Löwen, auch Indischer Löwe genannt, gilt
laut Weltnaturschutzunion (IUCN) als „stark gefährdet“. Aktuell gibt es nur
eine einzige Population im Gir-Nationalpark in Indien und angrenzenden
Gebieten, wo nach einer Schätzung im Jahr 2017 rund 630 Tiere lebten.
Der Bestand ist relativ stabil, allerdings kann er weder wachsen noch sein
Areal vergrößern, da die Kapazitätsgrenze des Nationalparks erreicht ist.
Aufgrund des räumlich sehr begrenzten Verbreitungsgebiets bedrohen
unvorhersehbare Ereignisse wie zum Beispiel Krankheiten oder
Waldbrände die gesamte Population. Stabile Populationen in Zoos sind
deshalb für das Überleben dieser Unterart essentiell.

Die Zucht der Asiatischen Löwen wird im Europäischen Zuchtprogramm
EEP koordiniert, an dem sich auch der Tiergarten beteiligt.
Erhaltungszuchtprogramme bedrohter Tierarten, von denen es im
europäischen Zooverband mehr als 400 gibt, dienen dem Artenschutz. Sie
versuchen Arten und Unterarten für künftige Generationen zu bewahren.
Zoos züchten in diesem Rahmen koordiniert Tierarten, um stabile
Populationen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums
aufrechtzuerhalten. EEPs haben das Ziel, über einen Zeitraum von 100
Jahren 95 Prozent der genetischen Information seiner Gründertiere zu
erhalten und möglichst alle Gene gleichmäßig in der Population zu
verteilen. Die genetische Vielfalt ist für die Gesundheit und

Überlebensfähigkeit einer Population ausgesprochen wichtig. 

 



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